RJ 65 München HBF ab 11:26

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Unterwegs sein. Auf Reisen. Bis vor 3 Jahren hat das mein Leben gekennzeichnet, bestimmt, stand für mein Leben. Und nie Kurzstrecke. Immer Meilen.

Seit 3 Jahren bin ich jetzt seßhaft. Sehr seßhaft. Und wenn ich mal dann unterwegs bin, dann wähle ich meist doch das von mir geliebte Abheben. Fliegen. Was in Europa alles zur Kurzstrecke macht.

In den letzten Tagen bin ich bewusst mal wieder unterwegs. Auf Reisen. Erst im Auto die Strecke nach München, dort einen Tag mit Freunden, dann heute weiter mit dem Zug nach Wien. Stundenlanges unterwegs sein. Draußen fliegt die Landschaft vorbei, der Zug wackelt, rüttelt, bremst, beschleunigt.

Nach dem Schlaf mit Schlafmaske hol ich doch den Rechner raus und bin gezwungen, was zu machen. Internet is ja nich. Also klicke ich mich durch die Foto-Ordner. Schließlich wurde ich erst gestern gefragt, wie lang ich eigentlich weg war und wie das da so war.
Natürlich weckt das Bilder ansehen etwas Heimweh, aber inzwischen ist auch eine gewisse Distanz entstanden. Ich überlege, wie es wäre, wieder dort zu sein. Ob ich mich genauso bewegen könnte. Warum eigentlich nicht? In Deutschland bewege ich mich doch auch nicht anders als vor 6 Jahren. – Wobei man das ja so nun auch nicht sagen kann. Das Leben im Ausland prägt auf jeden Fall.

Es ist gerade mal halb drei, der Zug fährt nach Linz ein, und die Sonne steht tief. Meine Gedanken sind in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich. Irgendwie wünsche ich mir gerade, gar nicht anzukommen. Gefangen zu bleiben in diesem Moment der Selbstreflektion, der Konzepte wachsen lässt. Doch während ein dicker Männerhintern an mir vorbeigeht, fährt der Zug wieder an.

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